Dialektik des Konservativen

Konservatismus lehrt uns das Bewahren. Das Lebenserhaltende, Überlebenswichtige, die Werte, Verhaltensregeln, Bewährtes, – das „Leben“ soll „bewahrt“ werden. Mit hohem Anspruch versuchen die „Konservativen“ festzulegen, durch welche politischen Entscheidungen das Erhaltenswerte zu bewahren ist.

Von außen betrachtet erwecken die Konservativen bisweilen den Eindruck,  die „Konserve“ sei das eigentlich Konservative, also die Hülle, mit der das Gut beschützt wird. Dies kann sich in starren, gar erstarrten Haltungen ausdrücken und Stillstand vortäuschen.

Der „Inhalt der Konserve“, der Kern des Konservativen, aber, ist quicklebendig. Von der frühesten landwirtschaftlichen Entwicklung an bis zu komplexen technologischen Prozessen der heutigen Industriegesellschaft hin – die Lebensstandards wandelten sich fortlaufend. Und damit auch das Bild vom Erhaltenswerten.

War eigentlich die westdeutsche Gesellschaft in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts schon erstarrt oder eher noch eingeschüchtert vom Schock der Kriegstrümmer, der nachschreienden  Schuld, vom niederschmetternden Versagen der Moral? Starre ist nicht gleich Starre. Schockstarre kann auch der Anfang von Reue und Aufbruch sein. Warum diese Einlassung? Weil ich in meiner Kindheit glaubte, Adenauer wäre nicht nur  Symbolfigur seiner Ära sondern auch Verursacher meiner kindlichen Bekommenheit; erst im Laufe des Studiums begriff ich, dass es die real noch unter uns lebenden Nazis waren, die die Luft verpesteten; Adenauer war Widersacher der fatalen Gleichschaltung gewesen und ein Schlitzohr mit tiefen Überzeugungen. Er war ein konstruktiver Konservativer, der gemeinsam mit vielen andern den neuen Weg für Deutschland bahnte.

Das Konservative kann sich durchaus gegen Konventionen richten. Verhaltensmuster einer erstarrenden Gesellschaft können lebensfremd oder lebensverachtend sein. Der Kampf  für das Leben als höchster weltlicher Instanz muss für die Konservativen erste Priorität haben. Selbst herrschaftliche – seien es staatliche oder religionsinstanzliche (kirchliche) – Ansprüche sollten vom konservativen Menschen dann in Frage gestellt werden, wenn sie die Werte des Lebens, also den Kern des Konservativen, verletzen.

Weniger dramatisch formuliert: Im Bewahren steckt immer auch der Kampf um das zu Bewahrende. Der Kern des Konservativen, zur Frucht politischen Handelns gedeihend, impliziert die stetige Suche nach dem richtigen Weg. Konservativ sein bedeutet, bereit sein zum Aufbruch für das Erhaltenswerte. Geistige Schutzwälle verfallen mit der Zeit, die Schutzbedürftigkeit des Lebens aber bleibt.

Wir Konservativen sind eigentlich moderne Menschen, da wir das richtige Maß und den Weg für ein freiheitliches Leben in unserer Gesellschaft suchen. Die Dialektik des Bewahrens ist der Wandel.

Peter Schmiegelow, November 2010



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Sind die großen Parteien noch zu retten? Zerbröselnder Felsen CDU?

Die Politiker selbst tragen dazu dabei, der Akzeptanz durch die Bürger davonzulaufen; wir wenigen, die mental und beruflich nicht von der Politik abhängig sind, sollten ihnen herzhaft die Leviten zu lesen!

Wir „normalen“ Bürger, die sich in den „politischen Raum“ begeben haben, lassen uns nicht durch klientelorientierte Denkbeschneidung und schon gar nicht durch selbstverliebte Meinungsermächtigung ins Frustloch verbannen.

Weder roter Mundraub durch Neid-Sozialisten und noch GALlig grüne Bevormundung sind die Alternativen.

Gerade im werteorientierten und konservativen politischen Feld gilt es, mit frischem Wind und manchem harten Sturm die Fundamente wiederzuentdecken.

Nachdenken über unsere deutsche Identitätskultur und die zunehmende Selbstgestaltung der bürgerlichen Mitverantwortung – öffnen uns den Weg!

Come and Dance with Us!

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